Da mittlerweile die Kat-Entwicklung zu immer komplizierteren und teureren Geräten tendiert, gehen einige der ursprünglichen Vorteile des Katamaransegelns verloren. Bei modernen Sport-Kats mit vielen Bedienelementen und Bauteilen müssen die ambitionierten Segler für Topspeed eine Reihe von Nachteilen in Kauf nehmen: großes Gewicht, umständliches Auf- und Abrüsten, umfangreiches Zubehör (Werkzeug, Slipwagen, Trailer) -vom Preis gar nicht zu reden. Zudem ergeben sich aus der Komplexität der Bedienelemente und der Übertakelung besondere Anforderungen an das seglerische Können und so kommen manche Segler bei Starkwind nicht zurecht. Diese Situation hat das WINCAT-Team nicht ruhen lassen, mit dem WINCAT einen leichten, bedienungsfreundlichen und trotzdem leistungsfähigen Kat zu realisieren. So soll der WINCAT viel Segelspaß für zwei Erwachsene, Solosegler oder in der Vermietung und Schulung bringen -und dies zu einem vernünftigen Preis.
// Handhabung
Infolge Verwendung von Surfer-Riggs von 5-11 qm Segelfläche ergibt sich beim WINCAT ein sehr einfaches Segeln ohne Trimmeinrichtungen an Bord. Das Surf-Rigg stellt einen in sich ausgetrimmten Flügel dar, dessen Profilierung je nach Windstärke vor dem Aufriggen an Land eingestellt wird. Deshalb können die bei Kats üblichen Trimmeinrichtungen entfallen. Die Montage der Schwimmer mit dem Trampolin läßt sich beim WINCAT unter 10 Minuten durch eine Person erledigen: ein umständliches Verzurren des Trampolins mittels Schoten erübrigt sich durch das WINCAT-Montagesystem. Mitgeliefert werden Schwimmerhalterungen fürs Tragen, Autodachtransport, Aufrüsten und Lagerung der Schwimmer (z.B. übereinander seitlich an der Garagenwand). Das Segeln vom Strand weg erfolgt beim WINCAT problemlos durch die konsequente Auslegung als Strand-Kat ohne Schwerter und mit automatischen Kick-up-Rudern. Infolge des geringen Gewichts kann beim WINCAT auf Trailer und Slipwagen verzichtet werden. Es wird nur eine Person benötigt, den WINCAT am Strand aufzubauen und in die richtige Startposition zu drehen, was der als Kufe ausgebildete Kielflansch der Schwimmer ermöglicht. Bei steinigem Strand hilft eine zweite Person, den WINCAT einfach hochzunehmen und im Wasser abzusetzen.
// Kat-Gewicht & Komplexität
Zum Unterschied zu Sport-Kats mit über 120 kg Gesamtgewicht beträgt das WINCAT–Gewicht lediglich 70-75 kg (je nach Rigg), was sich bei Handhabung und Segelleistung günstig bemerkbar macht. Vergleichsweise sind viele Einsteiger-Kats aus PE gefertigt, was Mehrgewicht gegenüber der GFK-Bauweise des WINCAT bedeutet. Da beim WINCAT auf viele bei Sport-Kats üblichen Trimmeinrichtungen und Hilfsgeräte verzichtet werden kann, ist die Komplexität gering und so die Bedienungsfreundlichkeit außergewöhnlich.
Die Verwendung von Surfer-Riggs stellt einen Kompromiß von Vortriebsleistung, Kippstabilität, Handhabung und Kosten dar. Für die effektive Abspannung von Surfer-Riggs wurde für den WINCAT ein spezielles Gurtsystem (Wantmontage-Set) entwickelt. Damit ist es möglich, selbst kerbempfindliche CFK-Masten und Segel mit enger Masttasche problemlos zu montieren. Als besonderer Vorteil ist dabei der Umstand, dass der Käufer eigene vom Windsurfen vorhandene Riggs verwenden kann.
// Fahreigenschaften & Segelleistung
Selbstverständlich lässt sich ein Surfer-Rigg bei der Vortriebsleistung nicht mit dem hochgetakelten Rigg eines Sport-Kat vergleichen, doch infolge des geringen WINCAT Gewichts ergeben sich auch hier sehr gute Segelleistungen, vor allem ab 2-3 Windstärken. Gegenüber Schwimmern aus PE bietet die steifere GFK-Bauweise des WINCAT Vorteile in der Welle, was auch im Vergleich zu aufblasbaren Schwimmern der Fall ist. Die hydrodynamische Form des WINCAT-Schwimmers durchschneidet die Welle ohne aufzuschwimmen. Außerdem hat das Surfer-Rigg nur ein geringes Kippmoment, so dass der Leeschwimmer kaum unterschneidet. Das bei Kats ohne Fock immer etwas schwierige Wendemanöver bei wenig Wind ist beim WINCAT durch deutliche Gewichtsrückverlagerung gut zu meistern. Dabei hilft auch ein Backhalten des Segels. Falls der Kat-Segler auf einer Kufe fahren möchte, so ist ein solches Manöver einhand bei viel Wind ohne weiteres möglich.
// Segelscheinfrei
Auf den meisten Gewässern sind Segelgeräte mit weniger als 12 qm segelscheinfrei. Zwar müssen beim Betrieb die örtlichen Vorschriften beachtet werden (Ausweichpflicht, Berufsverkehr, Naturschutz, Vorfahrtsregeln, Sicherheitsausrüstung etc.), doch besondere Prüfungen und der Erwerb von behördlichen Scheinen entfallen. Dies vereinfacht den privaten Betrieb und erleichtert Vermietungen und Schulung.
// Zuladung
Der WINCAT ist mit einer Zuladung von 225 kg CE-zertifiziert. Dabei taucht aber der Heckspiegel etwa zu 40% ein, was nicht gerade ideal ist. Somit sollte für optimale Segelleistung die Zuladung nicht mehr als 160 kg betragen. Die höhere Zuladung kommt z.B. bei der Anwendung als Badeplattform infrage.

// Sicherheit
Der WINCAT kann als ein besonders sicheres Segelgerät bezeichnet werden, da das Surfer-Rigg nur ein geringes Kippmoment produziert. Kenterungen und ein Unterschneiden des Leeschwimmers können erst durch grobe Steuerungsfehler oder absichtlich herbeigeführt werden. Sollte es trotzdem zu einer Kenterung kommen, so begünstigen die Leichtbauschwimmer das Aufrichten. Für diesen Zweck wird eine im vorderen Querholm verstaute Aufrichtleine mitgeführt. Ab 4 Windstärken muss laut Gebrauchsanleitung die Segelgröße auf 7qm (=Standardsegel) begrenzt werden. Größere Windsurfing-Segel könnten nämlich dann durch die Wantabspannung den Mast überbeanspruchen. Die Schwimmer sind durch das eingebaute Schaummaterial und die Mehrfachabschottung unsinkbar. Ein nicht unwesentlicher Sicherheitsfaktor ist auch die besonders einfache Bedienung -lediglich mit Segelschot und Pinne- ohne den üblichen Schotensalat. Zudem gewährleistet das aufgeständerte Trampolin einen gewissen Sicherheitsabstand zur Wasseroberfläche bzw. zu den Wellenkämmen (vgl. Starkwind-Video/"Fahrtests").
// Kosten
Der günstige WINCAT-Preis resultiert vor allem aus der Verwendung von Surfer-Riggs. So entfallen zum einen komplexe und teure Trimmeinrichtungen, zum anderen ergeben sich aus der Großserienproduktion von Segelsurfern vergleichsweise niedrige Riggpreise. Schließlich wird der WINCAT auch als Basisversion ohne Rigg angeboten mit der Idee, dass der Boardsegler seine eigenen Riggs verwendet oder dass gebrauchte Riggs zum Einsatz kommen. Dabei können je nach Windstärke unterschiedliche Segelgrößen montiert werden. Ein weiterer kostensenkender Faktor ist die besondere Bauweise der GFK-Schwimmer mit symmetrischen Schalenhälften. Hierdurch ist eine zeitsparende Fertigung des Handlaminats möglich, was selbst die Produktion "Made in Germany" zulässt. Durch den Verzicht auf Slipwagen, Trailer und andere Geräte ergibt sich ein zusätzlicher Spareffekt.






